Studie zeigt: Verführerische Profilbilder wirken oft kontraproduktiv

Ein sexy Foto auf Dating-Portalen kann vielleicht verhindern, dass derjenige, der einen Partner sucht, gleich weggewischt wird.

Doch diese Strategie geht oft nach hinten los, warnt Sexualpsychologin Gurit Birnbaum von der Reichmann-Universität.

Sexyness beflügelt Phantasie

An einer Partnerschaft Interessierte sähen den dargestellten Menschen weniger als Ganzes, sondern eher als Mittel zur Erfüllung einer Fantasie. Sie könnten annehmen, dass ein sexy Körper alles ist, was diese Person zu bieten hat, und sie als weniger intelligent oder interessant einstufen, als sie tatsächlich ist.

Sie könnten auch folgern, dass der Profilinhaber besser für eine kurze Affäre geeignet ist als für eine ernste, langfristige Beziehung.

Das schliesst Birnbaum aus einer Untersuchung, an der ihr Doktorand Kobi Zholtack und Harry Reis von der University of Rochester im US-Bundesstaat New York beteiligt waren.



Sexualisierte Profile unangenehm

Die Forscher haben ihren Studienteilnehmern Dating-Profile mit Bildern gezeigt, die entweder sexualisiert oder nicht sexualisiert waren. Die Fotos glichen einander hinsichtlich Attraktivität, Beleuchtung und Blickwinkel, sodass der einzige Unterschied in der sexualisierten Darstellung selbst lag.

Anschliessend schätzten die Teilnehmer die dargestellten Personen ein, etwa inwieweit sie diese als Mensch und nicht als sexuelles Objekt wahrgenommen hatten, ob sie als guten langfristigen Partner einschätzten und nach welcher Art von Beziehung sie offenbar suchten.

Die Teilnehmer gaben auch an, ob sie selbst an einer langfristigen Beziehung mit diesen Personen interessiert wären.

Die Ergebnisse waren eindeutig: Sexualisierte Profile wurden negativer bewertet und weckten deutlich weniger Interesse an langfristigen Beziehungen.

Mit anderen Worten: Die Teilnehmer waren zwar daran interessiert hinzuschauen, aber sie waren nicht daran interessiert, weiterzugehen. Das bestätigte sich in einem weiteren Test, in dem die gleiche Person mal natürlich, mal sexualisiert zu sehen war.

Nette Texte gut für ersten Eindruck

Laut der Forscherin der Reichmann-Universität ist es so: Wird die sexy Darstellung einer Frau durch einen persönlichen, sympathisch wirkenden Text abgemildert, sind Männer eher dazu bereit, sich darauf einzulassen, wie sie in einem weiteren Test festgestellt hat.

Umgekehrt funktionierte es jedoch überhaupt nicht. Wenn Frauen einen Mann in sexueller Pose sahen, gepaart mit einer einfühlsamen Biografie über ihre „ehrenamtliche Arbeit mit älteren Menschen“, glaubten sie ihm das nicht.

 

Quelle: pressetext.redaktion/Wolfgang Kempkens
Bildquellen: Bild 1: Symbolbild © Anna Nahabed/Shutterstock.com; Bild 2: Symbolbild © Beauty Hero/Shutterstock.com

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