Von Delfinarien bis Eselritten: VIER PFOTEN empfiehlt tierfreundliche Alternativen

In vielen Feriendestinationen in Asien, Afrika sowie in Süd- und Zentralamerika locken Angebote, die Reisende nahe an Wildtiere bringen – Tigerselfies, Kuscheln mit Faultieren, Elefantenbaden oder Spaziergänge mit Löwen. Doch problematische Tierattraktionen finden sich auch in Europa: von Delfinarien über Eselritte bis hin zu vermeintlichen Schutzzentren. Die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN empfiehlt, solche Angebote kritisch zu prüfen.

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Zahlreiche Menschen möchten sich in dieser Zeit nicht nur erholen, sondern auch Neues entdecken, lokale Traditionen und Speisen probieren und Andenken mit nach Hause bringen. Für viele gehören auch Begegnungen mit Tieren dazu, etwa bei Shows, auf Ausritten oder im Rahmen anderer touristischer Attraktionen.

Für manche dieser Angebote werden jedoch Tiere ausgebeutet. „Dennoch lassen sich Tierschutz und Tourismus vereinbaren, wenn genauer hingeschaut wird“, sagt Sarah Bartels, Campaignerin bei VIER PFOTEN Schweiz.

Zirkusse und Tiershows

Aufführungen mit Wildtieren – etwa in Zirkussen oder Delfinarien – wirken spektakulär, sind jedoch immer mit Tierleid verbunden und basieren auf Zwang, Isolation und unnatürlichen Haltungsbedingungen. Viele der Tiere entwickeln dadurch Verhaltensstörungen oder körperliche Schäden.




Reiten und Kutschenfahrten

Bei Ausritten auf Pferden, Kamelen und Eseln oder bei Kutschenfahrten steht das Tierwohl nicht immer im Vordergrund. Die Tiere leiden oft unter Überlastung, Hitze, schlecht sitzender Ausrüstung sowie Stress durch Verkehr und Menschenmengen. Solche Angebote sollten daher immer kritisch hinterfragt werden.




Souvenirs aus tierischen Materialien

Auch Souvenirs können Tierleid fördern. Produkte aus Knochen, Zähnen, Fell, Federn oder Schildpatt stammen häufig aus illegalem Wildtierhandel. Selbst vermeintlich harmlose Mitbringsel wie Schmuck aus Korallen, Ketten mit tierischen Zähnen oder Federn von Tieren können bedrohte Arten gefährden oder grausame Praktiken unterstützen.

Viele Reisende wissen zudem nicht, dass die Ein- und Ausfuhr solcher Produkte oft illegal ist und zu hohen Bussen führen kann.

Tierfreundliche Alternativen

Die beste Art, Tiere zu erleben, ist die Beobachtung in der freien Natur – sei es bei einer Wanderung, auf Safari oder beim Tauchen und Schnorcheln. Dabei ist es wichtig, Tiere nicht zu bedrängen, nicht zu füttern und ihnen ausreichend Rückzugsmöglichkeiten zu lassen.

Wer entsprechende Angebote über einen Veranstalter bucht, sollte sich im Voraus über die Tierschutzrichtlinien informieren und bei Unklarheiten gezielt nachfragen.

Auch der Besuch eines seriösen Schutzzentrums kann eine wertvolle Erfahrung sein. Echte Schutzzentren ermöglichen Tieren ein sicheres und möglichst naturnahes Leben. Sie bieten keinen direkten Kontakt mit den Tieren an, betreiben keine Zucht, sorgen für medizinische Versorgung und ermöglichen den Tieren jederzeit Rückzugsmöglichkeiten.

„Leider gibt es auch viele unseriöse Einrichtungen, die sich als Schutzzentrum ausgeben, da der Begriff nicht geschützt ist. Vor einem Besuch sollte daher gut recherchiert werden“, erklärt Sarah Bartels.

Ein Beispiel für ein seriöses Schutzzentrum ist das Arosa Bärenland. Dort finden die vier geretteten Bären Amelia, Meimo, Sam und Jamila ein artgemässes Zuhause. Gleichzeitig erhalten Besucher Informationen über den Schutz von Bären und die Herausforderungen des Tierschutzes.

Dadurch verbindet das Arosa Bärenland Tierschutz und touristische Entwicklung und schafft eine Win-win-Situation für Tiere und Region.

Tierfreundliches Reisen lässt sich einfach umsetzen, wenn Reisende bewusst Angebote wählen, die Tiere respektieren und ihr Wohl in den Mittelpunkt stellen.

 

Quelle: VIER PFOTEN Schweiz
Bildquelle: FOUR PAWS

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