Feriencheck für das Zuhause: Was Sie vor der Abreise unbedingt noch erledigen sollten

Die Koffer sind gepackt, die Reisedokumente liegen bereit – doch ein letzter Rundgang durchs Zuhause verhindert, dass unterwegs plötzlich Zweifel aufkommen.

Wer Geräte, Lebensmittel, Pflanzen, Post und Sicherheit rechtzeitig organisiert, reist entspannter und kehrt in ein gut vorbereitetes Zuhause zurück.

Früh beginnen statt kurz vor der Abfahrt

Eine gute Ferienvorbereitung beginnt nicht erst, wenn das Taxi bereits vor der Tür wartet. Drei bis sieben Tage vor der Abreise ist ein günstiger Zeitpunkt, um eine kurze Liste anzulegen. Darauf gehören alle Aufgaben, die vom normalen Tagesablauf abweichen: Lieferungen pausieren, eine Betreuung für Pflanzen oder Haustiere organisieren, Lebensmittel aufbrauchen und Nachbarn informieren.

Am praktischsten ist eine Liste mit zwei Spalten. In die erste kommen Aufgaben, die im Voraus erledigt werden können. In die zweite gehören jene Punkte, die erst am Abreisetag sinnvoll sind – beispielsweise den Abfall hinausbringen, Fenster schliessen oder bestimmte Stecker ziehen. Das nimmt Hektik aus den letzten Stunden und verhindert, dass wichtige Handgriffe zwischen Koffertragen und Schlüsselübergabe vergessen gehen.

Lebensmittel prüfen und Küche sauber hinterlassen

Im Kühlschrank lohnt sich ein nüchterner Blick auf Ablaufdaten und leicht verderbliche Lebensmittel. Frische Milchprodukte, angeschnittenes Gemüse und offene Packungen sollten rechtzeitig verbraucht, eingefroren oder weitergegeben werden. Wer länger verreist und den Kühlschrank vollständig leert, kann ihn je nach Gerät ausschalten. Danach sollte die Tür einen Spalt offen bleiben, damit sich weder Feuchtigkeit noch unangenehme Gerüche bilden. Die Hinweise des Herstellers haben dabei Vorrang.

Auch ausserhalb des Kühlschranks gibt es Ferienfallen. Eine volle Früchteschale, Kartoffeln in einer warmen Schublade oder Essensreste im Abfalleimer können nach der Rückkehr für eine wenig erfreuliche Begrüssung sorgen. Biomüll und Kehricht gehören deshalb am Abreisetag hinaus. Geschirrspüler und Kaffeemaschine sollten geleert und sauber sein; feuchte Lappen und Schwämme trocknen besser an der Luft als zusammengeknüllt im Spülbecken.

Wasser: Kleine Ursache, grosser Schaden

Ein tropfender Anschluss ist im Alltag lästig, während einer längeren Abwesenheit kann er zum ernsthaften Problem werden. Kontrollieren Sie sichtbare Schläuche und Anschlüsse von Waschmaschine und Geschirrspüler. Wo separate Absperrventile vorhanden und leicht zugänglich sind, lassen sie sich während der Ferien schliessen. Wasserhähne sollten vollständig zugedreht, Lavabos und Spülbecken frei von Stöpseln sein.

Ob der Haupthahn geschlossen werden kann, hängt von Gebäude, Heizsystem und weiteren Installationen ab. In einer Mietwohnung empfiehlt sich bei Unsicherheit eine kurze Rückfrage bei Verwaltung oder Hauswart. Systeme, die auch während der Abwesenheit Wasser benötigen, dürfen selbstverständlich nicht versehentlich stillgelegt werden. Wer bereits eine undichte Armatur oder einen auffälligen Schlauch entdeckt hat, wartet mit der Reparatur besser nicht bis nach den Ferien.


Vor der Abreise lohnt sich ein Blick auf alle Elektrogeräte, die sonst unbemerkt weiterlaufen.

Stromverbrauch und unnötige Risiken reduzieren

Viele Geräte verbrauchen auch dann Strom, wenn sie scheinbar ausgeschaltet sind. Fernseher, Spielkonsolen, Drucker, Ladegeräte und Unterhaltungselektronik können vor der Abreise vom Netz getrennt werden. Das spart Energie und schützt empfindliche Geräte bei möglichen Überspannungen. Mehr praktische Hinweise bietet der Beitrag «Effektiv Strom sparen in der Ferienzeit».

Nicht alles darf ausgeschaltet werden. Kühlschrank und Tiefkühler müssen weiterlaufen, sofern sie nicht vollständig geleert und abgetaut wurden. Auch Router, Alarmanlage, automatische Bewässerung oder Smart-Home-Komponenten können für Sicherheit und Fernzugriff benötigt werden. Prüfen Sie deshalb bewusst, welcher Stecker zu welchem Gerät gehört, statt wahllos eine ganze Steckdosenleiste auszuschalten.

Bei Boiler, Wärmepumpe und Heizung ist Zurückhaltung sinnvoll. Viele Anlagen besitzen einen Ferienmodus, dessen richtige Einstellung von Gerät, Gebäude und Jahreszeit abhängt. Beachten Sie die Herstellerangaben oder fragen Sie die zuständige Fachperson beziehungsweise Verwaltung. Im Winter muss die Frostschutzfunktion erhalten bleiben.

Fenster, Türen, Balkon und Garten sichern

Gekippte Fenster sind keine Lüftungslösung für die Ferien, sondern eine Einladung für Regen, Wind und ungebetene Gäste. Schliessen Sie Fenster vollständig und verriegeln Sie Balkon-, Terrassen- und Eingangstüren. Kellerfenster, Garagentore und Nebeneingänge werden beim letzten Rundgang leicht übersehen und verdienen deshalb einen eigenen Punkt auf der Checkliste.

Auf Balkon und Terrasse sollten Markisen eingefahren sowie leichte Möbel, Sonnenschirme, Pflanzgefässe und Dekorationen gesichert werden. Ein Sommergewitter kann lose Gegenstände verschieben oder beschädigen. Leitern, Werkzeuge und andere mögliche Aufstiegshilfen gehören in einen abgeschlossenen Raum. Im Garten empfiehlt sich je nach Wetterprognose ein letzter Kontrollgang zu Bewässerung, Abflüssen und empfindlichen Pflanzen.

Die Abwesenheit nicht nach aussen tragen

Ein überfüllter Briefkasten, dauerhaft geschlossene Rollläden und Pakete vor der Tür zeigen schnell, dass niemand zu Hause ist. Bitten Sie eine vertrauenswürdige Person, Post und kostenlose Zeitungen regelmässig zu entfernen. Angekündigte Lieferungen lassen sich häufig umleiten oder verschieben. Zeitschaltuhren oder eine vorhandene Lichtsteuerung können zu üblichen Zeiten einzelne Lampen einschalten. Ein stets hell erleuchtetes Haus wirkt dagegen ebenso ungewöhnlich wie völlige Dunkelheit.

Ferienbilder gehören besser nicht in Echtzeit in öffentlich einsehbare soziale Netzwerke. Auch automatische Abwesenheitsmeldungen sollten keine unnötigen Details enthalten. Einen kompakten Überblick über sinnvolle Massnahmen gibt der Belmedia-Ratgeber «Einbruchschutz – so sichern Sie Haus und Betrieb in den Ferien».

Pflanzen, Haustiere und Schlüssel verlässlich organisieren

Zimmer- und Balkonpflanzen kommen je nach Art unterschiedlich lange ohne Pflege aus. Empfindliche Pflanzen stellt man vor der Abreise möglichst nicht in die pralle Sonne. Bei längeren Reisen ist eine Betreuung zuverlässiger als improvisierte Wasservorräte. Hinterlassen Sie klare, kurze Angaben zur Wassermenge; übermotiviertes Giessen kann ebenso schaden wie Trockenheit.

Für Haustiere braucht es eine Betreuung, die zur Tierart und zum individuellen Bedarf passt. Futter, Medikamente, Kontaktdaten der Tierarztpraxis und eine Notfallnummer sollten vollständig bereitliegen. Ein Probetermin vor der Reise schafft Sicherheit, wenn Betreuungsperson und Tier einander noch nicht kennen.

Ein Ersatzschlüssel gehört in die Hände einer vertrauenswürdigen Person – nicht unter die Fussmatte, in den Blumentopf oder an ein anderes vermeintlich cleveres Versteck. Teilen Sie der Betreuungsperson mit, wie Sie erreichbar sind und wen sie vor Ort kontaktieren kann. Bei einer längeren Abwesenheit kann es ausserdem sinnvoll sein, die Verwaltung oder den Hauswart zu informieren, ohne die Reise unnötig breit anzukündigen.


Zimmerpflanzen brauchen während längerer Abwesenheiten eine verlässliche Betreuung.

Wertsachen und wichtige Unterlagen schützen

Schmuck, Bargeld und kleine Wertgegenstände sollten nicht offen sichtbar liegen. Für besonders wertvolle Dinge eignet sich ein fachgerecht befestigter Tresor oder ein Bankschliessfach. Fotos, Kaufbelege und Seriennummern wichtiger Geräte erleichtern im Schadenfall die Dokumentation. Eine digitale Kopie von Versicherungsunterlagen und Notfallnummern sollte sicher gespeichert und auch unterwegs erreichbar sein.

Reisepass, Medikamente und Hausschlüssel gehören am Vorabend an einen festen Platz. So sinkt das Risiko, dass beim letzten Kontrollgang etwas liegen bleibt. Wer mit dem Auto fährt, prüft zudem, ob Garagenöffner oder Hausschlüssel sichtbar im parkierten Fahrzeug zurückbleiben würden.

Video: Einbruchschutz ausführlich und praxisnah erklärt

In einer ausführlicheren «TopTschegg»-Sendung geben Spezialisten der Stadtpolizei Winterthur und der Kantonspolizei Zürich konkrete Tipps rund um Einbrüche und wirksamen Einbruchschutz. Das professionell produzierte Video im Querformat ergänzt die Feriencheckliste mit anschaulichen Erklärungen aus der Polizeipraxis.



Der Fünf-Minuten-Check an der Haustür

Unmittelbar vor dem Abschliessen genügt ein letzter, systematischer Rundgang. Dabei hilft diese kurze Reihenfolge:

  • Alle Fenster, Balkon- und Aussentüren sind geschlossen und verriegelt.
  • Wasserhähne sind zu; vorgesehene Geräteventile wurden geschlossen.
  • Nicht benötigte Elektrogeräte sind ausgeschaltet oder ausgesteckt.
  • Verderbliche Lebensmittel und Abfälle sind entfernt.
  • Post, Lieferungen, Pflanzen und Haustiere sind organisiert.
  • Lose Gegenstände auf Balkon, Terrasse und im Garten sind gesichert.
  • Ersatzschlüssel und Kontaktdaten liegen bei der vereinbarten Vertrauensperson.

Wer die Liste nach dem Rundgang fotografiert oder digital abhakt, muss unterwegs nicht mehr darüber grübeln, ob das Küchenfenster wirklich geschlossen ist. Der Feriencheck soll schliesslich nicht zusätzliche Arbeit erzeugen, sondern den Kopf freimachen. Mit etwas Vorbereitung bleibt das Zuhause sicher, sparsam und gut versorgt – und die Erholung kann bereits beim Schliessen der Haustür beginnen.

 

Bildquellen: Bild 1: Symbolbild © Monkey Business Images/Shutterstock.com; Bild 2: Symbolbild © Pixel-Shot/Shutterstock.com; Bild 3: Symbolbild © G-Stock Studio/Shutterstock.com

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