Waschmaschine und Kühlschrank sicher transportieren: So gelingt der Umzug

Eine Waschmaschine wiegt schwer, enthält Restwasser und besitzt eine empfindlich aufgehängte Trommel. Beim Kühlschrank kommen ein geschlossener Kältekreislauf, herausnehmbare Glasböden und ein Kompressor hinzu. Werden beide Geräte einfach auf eine Sackkarre gekippt und in den Transporter geschoben, können Schäden entstehen, die erst am neuen Wohnort auffallen.

Mit etwas Vorbereitung lassen sich die Risiken deutlich reduzieren. Besonders wichtig sind die Transportsicherung der Waschmaschine, eine möglichst aufrechte Beförderung und die richtige Wartezeit vor der erneuten Inbetriebnahme. Dabei gilt stets: Die Bedienungsanleitung des konkreten Modells hat Vorrang vor allgemeinen Empfehlungen.

Einige Tage vorher: Anleitung und Transportweg prüfen

Die Vorbereitung beginnt am besten einige Tage vor dem Umzug. Bedienungsanleitungen lassen sich über die Modell- oder Gerätenummer häufig von der Herstellerseite herunterladen. Bei der Waschmaschine ist zu prüfen, wie die Transportsicherungen montiert werden. Beim Kühlschrank muss geklärt werden, ob der Hersteller einen liegenden Transport erlaubt und welche Ruhezeit danach vorgeschrieben ist.

Auch der Weg verdient Aufmerksamkeit. Passen die Geräte durch Türen, Treppenhaus und Lift? Gibt es enge Kurven oder hohe Schwellen? Wo kann der Transporter möglichst nah abgestellt werden? Eine breitere Planung für einen reibungslosen Umzug verhindert, dass solche Fragen erst mit dem Gerät im Türrahmen geklärt werden.

Benötigt werden je nach Strecke:

  • eine stabile Sackkarre oder ein geeigneter Treppensteiger;
  • mindestens zwei kräftige Helfer;
  • Arbeitshandschuhe und geschlossene, rutschfeste Schuhe;
  • Umzugsdecken, Kantenschutz und Stretchfolie;
  • geeignete Trage- und Zurrgurte;
  • eine flache Schale sowie saugfähige Tücher für Restwasser.

Waschmaschine vollständig entleeren

Vor dem Abbau wird die Waschmaschine ausgeschaltet und vom Strom getrennt. Danach folgt der Wasseranschluss. Zuerst den Wasserhahn vollständig schliessen, dann den Zulaufschlauch lösen. Im Schlauch kann noch Wasser stehen. Ein flaches Gefäss und ein Handtuch verhindern eine kleine Überschwemmung.

Auch nach dem letzten Waschgang befindet sich häufig Wasser in Pumpe, Filter und Ablaufschlauch. Wie es entfernt wird, hängt vom Modell ab. Viele Maschinen besitzen hinter der Serviceklappe einen kleinen Entleerungsschlauch. Bei anderen wird das Wasser vorsichtig über das Flusensieb abgelassen. Die Bedienungsanleitung beschreibt den vorgesehenen Weg.

Zulauf- und Ablaufschlauch werden anschliessend geleert, auf Beschädigungen geprüft und am Gerät befestigt. Sie dürfen weder frei herabhängen noch so stark geknickt werden, dass das Material Schaden nimmt. Das Stromkabel wird ebenfalls aufgerollt und sicher fixiert.


Vor dem Transport müssen Zulauf, Ablauf und Pumpe möglichst vollständig entleert werden. Festgebundene Schläuche und Kabel verhindern Stolperstellen und schützen die Anschlüsse.

Ohne Transportsicherung drohen Schäden an der Trommel

Die Trommel einer Waschmaschine ist beweglich an Federn und Dämpfern aufgehängt. Im normalen Betrieb fängt diese Konstruktion die Bewegungen beim Waschen und Schleudern ab. Bei harten Stössen während eines Transports kann die frei schwingende Trommel jedoch gegen das Gehäuse schlagen und Aufhängung, Dämpfer oder Leitungen beschädigen.

Deshalb werden vor dem Transport die zum Gerät gehörenden Transportsicherungen eingesetzt. Meist handelt es sich um mehrere lange Schrauben oder Bolzen an der Rückseite. Anzahl, Position und Montagereihenfolge unterscheiden sich je nach Modell.

Fehlen die Originalteile, sollten passende Ersatzsicherungen beim Hersteller oder Fachhandel bestellt werden. Ungeeignete Schrauben, Holzstücke oder in die Trommel gestopfte Decken sind kein sicherer Ersatz. Nach dem Umzug werden die Bolzen wieder entfernt und für den nächsten Transport aufbewahrt.

Kühlschrank rechtzeitig leeren und abtauen

Der Kühlschrank wird so früh ausgeschaltet, dass Gefrierfach und Verdampfer vollständig abtauen können. Lebensmittel kommen in Kühlboxen oder werden rechtzeitig aufgebraucht. Das Tauwasser muss vollständig entfernt werden, denn auslaufendes Wasser macht Treppen und Böden rutschig.

Glasböden, Schubladen und Türabsteller werden herausgenommen und separat verpackt. Bleiben Teile gemäss Herstelleranleitung im Gerät, müssen sie so gesichert sein, dass sie nicht verrutschen können. Der Innenraum wird gereinigt und gründlich getrocknet.

Die Türen bleiben während des Transports geschlossen. Dafür eignen sich Gurte oder Stretchfolie. Stark haftendes Klebeband sollte nicht unmittelbar auf empfindliche Oberflächen, Dichtungen oder lackierte Teile geklebt werden. Bei Geräten mit Eiswürfelbereiter oder Festwasseranschluss muss zusätzlich der Wasserzulauf geschlossen und das System nach Anleitung entleert werden.


Glasböden, Schubladen und Türfächer werden am sichersten herausgenommen und separat gepolstert. Das Gerät muss vor dem Transport vollständig abgetaut und trocken sein.

Beide Geräte möglichst aufrecht transportieren

Waschmaschine und Kühlschrank bleiben während der Fahrt grundsätzlich aufrecht. Die Waschmaschine wird dadurch weniger ungünstig belastet. Beim Kühlschrank schützt die aufrechte Position die Kompressoraufhängung und verringert das Risiko, dass Öl aus dem Kompressor in den Kältekreislauf gelangt.

Ein Kühlschrank sollte nur liegend transportiert werden, wenn die Anleitung des Herstellers dies ausdrücklich zulässt. Manche Modelle dürfen ausschliesslich auf eine bestimmte Seite gelegt werden. Vorder- und Rückseite sind normalerweise keine geeigneten Liegeflächen. Die Leitungen des Kältekreislaufs und das rückseitige Gitter dürfen weder belastet noch als Griff verwendet werden.

Auf der Sackkarre werden die Geräte mit einem Gurt gesichert. Eine Umzugsdecke schützt Oberflächen und Kanten. Türen, Bedienblenden und hervorstehende Anschlüsse dürfen dabei nicht unter Druck geraten.

Schwere Geräte gehören nicht in die Hände einer einzelnen Person. Geeignete Hilfsmittel und klare Absprachen schützen Menschen und Gerät. Weitere Hinweise gibt der Ratgeber zum sicheren Heben und Transportieren schwerer Lasten.

Im Fahrzeug gegen Kippen und Rutschen sichern

Im Transporter werden Waschmaschine und Kühlschrank an einer stabilen Stelle aufgestellt. Antirutschmatten können verhindern, dass die Geräte bei einer Bremsung wandern. Zurrgurte werden an tragfähigen Punkten des Fahrzeugs befestigt. Provisorische Schnüre oder ein zwischen Gerät und Fahrzeugwand geklemmter Karton reichen nicht aus.

Die Gurte sollen das Gerät halten, ohne Gehäuse, Türen oder Leitungen einzudrücken. Auf den Geräten wird nichts Schweres gestapelt. Zwischen Metallgehäuse und anderen Möbeln schützen Decken vor Kratzern. Trotzdem muss die Ladung so befestigt sein, dass sie sich bei einem Ausweichmanöver nicht lösen kann.

Waschmaschine am neuen Standort anschliessen

Am Ziel wird die Waschmaschine auf einen ebenen und tragfähigen Boden gestellt. Jetzt müssen die Transportsicherungen wieder entfernt werden. Wird die Maschine mit eingesetzten Sicherungen betrieben, kann sie stark vibrieren oder beschädigt werden.

Anschliessend werden Zu- und Ablaufschlauch nach Herstelleranleitung angeschlossen. Der Ablaufschlauch darf nicht zu tief, zu hoch oder nur lose in einem Rohr hängen. Der Zulaufschlauch muss spannungsfrei sitzen und darf nicht geknickt sein.

Mit den verstellbaren Füssen wird die Maschine waagerecht ausgerichtet. Alle Füsse müssen fest auf dem Boden stehen. Danach kann ein kurzes Spül- oder Testprogramm ohne Wäsche laufen. Währenddessen werden Wasserhahn, Schlauchverbindungen und Ablauf sorgfältig auf Undichtigkeiten kontrolliert.


Nach dem Aufstellen werden die Transportsicherungen entfernt, die Maschine waagerecht ausgerichtet und alle Wasseranschlüsse während eines Probelaufs auf Dichtheit geprüft.

Wie lange muss der Kühlschrank ruhen?

Eine pauschale Wartezeit für sämtliche Kühlschränke gibt es nicht. Bauart, Alter und Transportlage spielen eine Rolle. Deshalb ist die Angabe in der Bedienungsanleitung verbindlich.

Die Unterschiede zwischen den Herstellerempfehlungen sind deutlich. Bosch Schweiz nennt bei einem aufrechten Transport mindestens eine Stunde und bei liegender Beförderung mehrere Stunden. Liebherr Schweiz empfiehlt für eigene Geräte nach stehendem Transport zwei Stunden. Nach liegendem Transport werden mindestens zwölf Stunden genannt, bei älteren Geräten bis zu 24 Stunden.

Diese Beispiele sind keine allgemeingültige Tabelle für alle Marken. Ist die Transportlage unbekannt oder fehlt die Anleitung, sollte vor dem Einschalten der Herstellerkundendienst kontaktiert werden.

Nach Ablauf der vorgeschriebenen Ruhezeit wird der Kühlschrank angeschlossen. Lebensmittel kommen erst hinein, wenn der Innenraum die vorgesehene Temperatur erreicht hat. Das kann mehrere Stunden dauern. Lüftungsöffnungen und die vom Hersteller geforderten Abstände müssen frei bleiben.

Schäden nach dem Transport erkennen

Vor der Inbetriebnahme lohnt sich eine kurze Kontrolle. Bei der Waschmaschine sind Schläuche, Anschlüsse, Gehäuse und Trommel zu prüfen. Schleifende Geräusche, ungewöhnlich heftige Bewegungen oder austretendes Wasser verlangen einen sofortigen Stopp.

Beim Kühlschrank sind verbogene Leitungen, ölige Spuren am Kompressorbereich oder ein beschädigtes Stromkabel Warnzeichen. In diesem Fall bleibt das Gerät ausgeschaltet und wird von einem Fachbetrieb kontrolliert. Auch wenn der Kühlschrank nach ausreichender Wartezeit nicht kühlt oder ungewöhnlich laut arbeitet, ist der Kundendienst der richtige Ansprechpartner.

Video-Tipp: Waschmaschine sicher aufstellen und anschliessen

Miele zeigt, wie eine Waschmaschine nach der Lieferung beziehungsweise dem Umzug fachgerecht aufgestellt, ausgerichtet und angeschlossen wird. Das Video verdeutlicht ausserdem, weshalb die Montageanleitung des jeweiligen Geräts berücksichtigt werden muss.



Fazit

Waschmaschine und Kühlschrank benötigen beim Umzug unterschiedliche Schutzmassnahmen. Bei der Waschmaschine ist die korrekt montierte Transportsicherung entscheidend. Beim Kühlschrank zählen vollständiges Abtauen, eine möglichst aufrechte Beförderung und die vom Hersteller vorgeschriebene Ruhezeit.

Sackkarre, Schutzdecken und Zurrgurte erleichtern die Arbeit, ersetzen aber keine sorgfältige Planung. Wer Restwasser entfernt, lose Teile separat verpackt und beide Geräte im Fahrzeug zuverlässig sichert, schafft gute Voraussetzungen für einen problemlosen Neustart am neuen Wohnort.

 

Bildquellen: Bild 1: Symbolbild © Andrey_Popov/Shutterstock.com; Bild 2: Symbolbild © New Africa/Shutterstock.com; Bild 3: Symbolbild © New Africa/Shutterstock.com; Bild 4: Symbolbild © Andrey_Popov/Shutterstock.com.

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