Kanton Basel-Landschaft: Reisen, Architektur, Hotels und Familienziele im Baselbiet

Basel-Landschaft verbindet die dicht bebaute Agglomeration rund um Basel mit den Höhenzügen des Juras, historischen Kleinstädten, römischen Ruinen und ländlich geprägten Tälern. Auf 518 Quadratkilometern liegen international tätige Unternehmen, alte Dorfkerne, Rebberge, Burgen und ausgedehnte Waldgebiete oft nur wenige Kilometer voneinander entfernt.

Der Kanton eignet sich für Kulturreisen, Familienausflüge, Wanderwochenenden und Geschäftsaufenthalte. Augusta Raurica, die Liestaler Altstadt, die Ermitage in Arlesheim und die Wasserfallen gehören zu den bekannten Zielen. Zugleich prägen Forschung, Industrie, Logistik und die Nähe zu Deutschland und Frankreich den Alltag im Baselbiet.

Ein Kanton zwischen Basel, Rhein und Jura

Basel-Landschaft, im Alltag meist Baselland oder Baselbiet genannt, gehört zur Nordwestschweiz. Der Hauptort ist Liestal. Ende März 2026 lebten 305’927 Personen im Kanton. Die Bevölkerung verteilt sich auf 86 Gemeinden und fünf Bezirke: Arlesheim, Laufen, Liestal, Sissach und Waldenburg.

Die räumlichen Unterschiede sind beträchtlich. Allschwil, Binningen, Birsfelden, Münchenstein, Muttenz, Pratteln und Reinach gehören zum eng verflochtenen Lebens- und Wirtschaftsraum Basel. Viele Siedlungsgebiete gehen beinahe ohne sichtbare Grenze ineinander über. Tramlinien, Busse, Bahnverbindungen, Arbeitswege und Einkaufsströme verbinden Basel-Stadt und Basel-Landschaft im Alltag.

Weiter östlich und südlich verändert sich das Bild. Das Ergolztal bildet eine zentrale Verkehrs- und Siedlungsachse, während Seitentäler, Hochflächen und Jurahöhen ländlicher geprägt sind. Im Laufental bestimmen die Birs und die Nähe zum Kanton Jura sowie zu Frankreich die geografische Orientierung.

Der höchste Punkt des Kantons liegt auf der Hinteren Egg bei Waldenburg auf 1’169 Metern über Meer. Der tiefste Punkt befindet sich bei der Mündung der Birs in den Rhein in Birsfelden auf 246 Metern. Damit umfasst der kleine Kanton einen Höhenunterschied von mehr als 900 Metern.

Basel-Landschaft grenzt an Basel-Stadt, Aargau, Solothurn und Jura. Hinzu kommen Grenzen zu Frankreich und Deutschland. Diese Lage macht das Baselbiet zu einem Bindeglied zwischen dem Schweizer Mittelland, dem Jura und dem Oberrhein.



Wie Basel-Landschaft 1832 und 1833 entstand

Die politische Eigenständigkeit des Kantons geht auf die Basler Trennungswirren zurück. Die ländlichen Gemeinden verlangten zu Beginn der 1830er-Jahre eine stärkere politische Vertretung und mehr Einfluss gegenüber der Stadt Basel. Die Auseinandersetzung verlief konfliktreich und führte zu gewaltsamen Zusammenstössen.

Am 4. Mai 1832 nahm der neue Kanton seine erste Verfassung an. Die vollständige Trennung von Basel-Stadt wurde im August 1833 anerkannt. Basel-Landschaft musste seine Behörden, seine Verwaltung, seine Schulen und seine rechtlichen Strukturen danach weitgehend neu aufbauen.

Die Entstehung aus einer politischen Emanzipationsbewegung wirkt bis heute nach. Direkte Mitsprache, kommunale Selbstständigkeit und die Eigenständigkeit gegenüber Basel-Stadt besitzen im politischen Selbstverständnis einen hohen Stellenwert.

Eine wichtige spätere Veränderung brachte das Laufental. Der zuvor zum Kanton Bern gehörende Bezirk Laufen wechselte am 1. Januar 1994 zu Basel-Landschaft. Der Kanton erhielt dadurch seine heutige territoriale Gliederung.

Auch das Kantonswappen verweist auf die Trennungsgeschichte. Der rote Baselbieterstab besitzt sieben nach aussen gerichtete Verzierungen und wird im Volksmund „Siebedupf“ genannt. Seine Ausrichtung unterscheidet ihn vom schwarzen Stab des Kantons Basel-Stadt.

Liestal: politisches Zentrum und historische Kleinstadt

Liestal ist Regierungssitz, Verkehrsknoten und kulturelles Zentrum des Kantons. Die Altstadt konzentriert sich entlang der Rathausstrasse. Das Obere Tor, im Baselbiet als „Törli“ bekannt, schliesst den historischen Strassenzug nach Süden ab. Bis 1959 führte der Durchgangsverkehr in Richtung Hauenstein durch den Torbogen.

Die Stadt ist überschaubar, erfüllt aber zahlreiche kantonale Funktionen. Verwaltung, Schulen, Kulturinstitutionen, Einkaufsmöglichkeiten und das Kantonsspital sorgen dafür, dass Liestal weit über seine Einwohnerzahl hinaus Bedeutung besitzt.

Zu den wichtigen Kulturorten gehört das Museum.BL. Seine Ausstellungen beschäftigen sich mit Natur, Geschichte, Gesellschaft und Alltagskultur. Das Museum befindet sich im ehemaligen Zeughaus und macht damit zugleich ein Stück kantonaler Bau- und Verwaltungsgeschichte zugänglich.

Überregional bekannt ist der Chienbäse. Am Sonntagabend nach Aschermittwoch tragen Teilnehmer brennende Besen aus Kiefernholz durch die Altstadt. Hinzu kommen Feuerwagen, deren Hitze den engen Strassenzug stark erwärmt. Der Brauch zieht jeweils Zehntausende Zuschauer an.

Das Feuerereignis verlangt Umsicht. Leicht entzündliche Kleidung, Kinderwagen und Tiere sind im Gedränge ungeeignet. Die Anreise erfolgt wegen der grossen Besucherzahl am sinnvollsten mit dem öffentlichen Verkehr. Für Familien mit kleinen Kindern bieten die gewöhnlichen Fasnachtsumzüge eine ruhigere Alternative.


Der Chienbäse verbindet lokale Fasnachtstradition mit der mittelalterlichen Raumstruktur Liestals. Die engen Gassen tragen wesentlich zur Wirkung des Feuerbrauchs bei, erfordern aber klare Sicherheitsregeln.

Augusta Raurica: eine römische Stadt vor den Toren Basels

In Augst liegt mit Augusta Raurica einer der bedeutendsten archäologischen Orte der Schweiz. Die römische Koloniestadt entwickelte sich am Rhein zu einem regionalen Zentrum für Handel, Handwerk, Verwaltung und öffentliche Veranstaltungen.

Das Gelände vermittelt die Dimensionen einer antiken Stadt anschaulicher als ein gewöhnliches Museum. Theater, Tempelanlagen, Wohn- und Gewerbebauten, Badeanlagen, Stadtmauern und weitere Monumente verteilen sich über ein weitläufiges Areal. Ein erheblicher Teil der ehemaligen Stadt liegt weiterhin im Boden.

Das römische Theater gehört zu den prägenden Bauwerken. Der dritte an dieser Stelle errichtete Theaterbau bot ungefähr 10’000 Zuschauern Platz. Das Amphitheater entstand ausserhalb des damaligen Stadtzentrums und konnte bei Veranstaltungen bis zu rund 13’000 Personen aufnehmen.

Im Museum sind ausgewählte Funde zu sehen. Die wissenschaftlichen Sammlungen umfassen insgesamt mehr als zwei Millionen Objekte. Münzen, Keramik, Werkzeuge, Schmuck und Bauteile liefern Erkenntnisse über Handel, Ernährung, Wohnen und gesellschaftliche Unterschiede.

Für Familien besitzt Augusta Raurica einen besonderen Wert. Originalschauplätze, ein rekonstruiertes Römerhaus, digitale Angebote und wechselnde Workshops machen archäologische Forschung verständlich. Das Freigelände ist ganzjährig zugänglich. Öffnungszeiten einzelner Monumente, des Museums und der Programme ändern sich saisonal und sollten vor einem Besuch geprüft werden.


Das Theater von Augusta Raurica veranschaulicht die Grösse und gesellschaftliche Bedeutung der römischen Siedlung. Der archäologische Park verbindet Forschung, Denkmalpflege und Bildungsangebote.

Arlesheim: Dom, Ermitage und Schloss Birseck

Arlesheim zeigt, wie eng Architektur, Gartenkunst und Landschaft im Baselbiet zusammenwirken. Der barocke Dom und der grosszügige Domplatz bilden ein geschlossenes historisches Ensemble. Der Sakralbau geht auf die Verlegung des Basler Domkapitels nach Arlesheim im 17. Jahrhundert zurück.

Wenige Gehminuten vom Dorfzentrum entfernt beginnt die Ermitage. Der englische Landschaftsgarten entstand im 18. Jahrhundert und verbindet Weiher, Grotten, Felswege, kleine Bauwerke und bewaldete Hänge. Die Anlage wurde nicht als streng geometrischer Park gestaltet. Wege, Blickachsen und inszenierte Naturerlebnisse sollten wechselnde Stimmungen erzeugen.

Oberhalb der Ermitage liegt die Ruine Schloss Birseck. Park und Burg bilden ein geeignetes Ziel für einen halben Tag. Einzelne Naturwege besitzen Stufen, felsige Passagen oder unebene Stellen. Für Kinderwagen existieren alternative Routen, die teilweise entlang einer Strasse führen.

Die Ermitage steht unter Natur- und Denkmalschutz. Der Park ist grundsätzlich frei zugänglich, während die Innenbereiche der Burgruine und weitere geschlossene Anlagen saisonale Öffnungszeiten besitzen.

Burgen, Ortskerne und moderne Architektur

Rund 80 Burgen, Schlösser und Ruinen prägen das kulturelle Gedächtnis des Baselbiets. Zu ihnen gehören Schloss Wildenstein bei Bubendorf, die Ruine Farnsburg, Schloss Bottmingen und die Burgen des Laufentals. Manche Anlagen sind frei zugänglich, andere befinden sich in privatem Besitz oder können nur während bestimmter Zeiten besichtigt werden.

Historische Ortsbilder finden sich in Laufen, Waldenburg, Sissach und zahlreichen Dörfern. Laufen bewahrt einen kompakten mittelalterlichen Stadtkern. Waldenburg entwickelte sich an einer topografischen Engstelle und war lange vom Verkehr über den Oberen Hauenstein geprägt.

Daneben besitzt Basel-Landschaft bemerkenswerte Gegenwartsarchitektur. Der 2018 eröffnete FHNW-Campus in Muttenz bündelt mehrere Hochschulen in einem 64,5 Meter hohen Gebäude. Rund 4’500 Personen studieren, forschen oder arbeiten heute am Campus. Seine öffentliche Bibliothek und der Campuspark öffnen den Hochschulstandort zum Quartier.

Ein weiteres Beispiel ist die Wasseraufbereitungsanlage in Muttenz. Die monolithisch wirkende Fassade verweist auf die geologischen Filterprozesse im Innern. Solche Bauten zeigen, dass technische Infrastruktur gestalterische und städtebauliche Aufgaben übernehmen kann.

Juralandschaft, Wälder und Aussichtspunkte

Wald und Landwirtschaft bedecken zusammen einen grossen Teil der Kantonsfläche. Jurakalk, bewaldete Höhen, trockene Hänge, Streuobstwiesen und enge Bachtäler schaffen auf kleinem Raum unterschiedliche Lebensräume.

Zu den bekannten Aussichtszielen gehört die Bölchenflue, häufig auch Belchenflue genannt. Ihr felsiger Gipfelbereich eröffnet den Blick über den Jura, das Mittelland und bei klarer Sicht bis zu den Alpen. Historische Befestigungsspuren erinnern daran, dass die Höhenzüge während des Ersten Weltkriegs militärisch ausgebaut wurden.

Weitere Wanderziele sind der Wisenberg, die Schauenburgerflue, die Farnsburg und das Kaltbrunnental. Die Wege reichen von einfachen Spaziergängen bis zu längeren Touren mit steilen, steinigen Abschnitten. Höhenmeter und Wegbeschaffenheit sollten bei der Planung stärker gewichtet werden als die reine Distanz.

Die Landschaft lässt sich auch mit dem Velo erschliessen. Regionale Routen verbinden Rebberge, Obstbaugebiete, Dörfer und Burgen. Die Baselbieter Reben-Route führt auf 41 Kilometern durch verschiedene Weinbaugebiete und überwindet rund 1’150 Höhenmeter. Sie richtet sich damit eher an geübte Fahrer oder an Nutzer eines E-Bikes.


Die Belchenflue gehört zu den aussichtsreichen Höhen des Baselbieter Juras. Landwirtschaft, Wald, Wanderwege und historische Spuren treffen in diesem Landschaftsraum zusammen.

Wasserfallen: Ausflugsberg für Familien und Wanderer

Die Luftseilbahn von Reigoldswil erschliesst die Region Wasserfallen. Oben beginnen Wanderungen unterschiedlicher Länge. Spielangebote, Bergrestaurants und saisonale Freizeitaktivitäten machen das Gebiet auch für Familien interessant.

Das Jägerwägli führt von der Bergstation hinunter nach Reigoldswil. Die Strecke ist rund 3,4 Kilometer lang und überwindet mehr als 400 Höhenmeter im Abstieg. Kleine Wasserläufe, Felsen und Brücken sorgen für Abwechslung. Einzelne steile Stellen verlangen jedoch Aufmerksamkeit und eine verlässliche Aufsicht jüngerer Kinder.

Trottinettabfahrten, Seilpark und Schlittelangebote sind vom Wetter und vom saisonalen Betrieb abhängig. Betriebszeiten und Alters-, Grössen- oder Ausrüstungsvorgaben müssen deshalb direkt beim jeweiligen Anbieter kontrolliert werden.

Neben der Wasserfallen verfügt der Kanton über zahlreiche Themenwege. Dazu zählen Burgenrouten, der Planetenweg bei Laufen, der Honigweg in Rünenberg, der Karstlehrpfad im Kaltbrunnental und verschiedene Rätsel- und Skulpturenwege. Kinderwagentaugliche Varianten sind vorhanden, gelten aber nicht automatisch für die gesamte jeweilige Route.



Das Video „Baselland Entdeckerland“ von Baselland Tourismus vermittelt in kurzer Form Eindrücke von Landschaft, Kultur und Freizeitangeboten des Kantons.


Familienausflüge zwischen Römerstadt und Wasserwelt

Die Stärke des Baselbiets liegt in der Kombination verschiedenartiger Ziele. Augusta Raurica eignet sich für Geschichts- und Museumstage. Die Ermitage bietet einen naturnahen Spaziergang, während die Wasserfallen Bewegung und Berglandschaft verbindet.

In Pratteln ergänzt das aquabasilea das Angebot um eine wetterunabhängige Wasser- und Wellnesswelt. Das Sport- und Freizeitbad Gitterli in Liestal besitzt ebenfalls Innen- und Aussenbereiche. Bei Badeanlagen können Revisionszeiten, Altersregeln und die Öffnung einzelner Becken variieren.

Familien können einen Aufenthalt zudem mit Zielen in Basel-Stadt kombinieren. Der öffentliche Verkehr verbindet viele Baselbieter Gemeinden direkt mit der Stadt. Ein Beispiel ist der Zoo Basel, dessen Entwicklung im Beitrag über das Besucherjahr 2025 im Zoo Basel eingeordnet wird.

Für Ausflüge mit kleinen Kindern lohnt sich eine genaue Routenprüfung. Begriffe wie „familienfreundlich“ sagen wenig über Steigungen, Absturzstellen oder Kinderwagentauglichkeit aus. Naturwege in der Ermitage, auf Burgen oder im Jura können nach Regen rutschig werden.

Hotels, Landgasthöfe und Übernachten auf dem Bauernhof

Die Beherbergung spiegelt die unterschiedlichen Räume des Kantons. In den stadtnahen Gemeinden richten sich Hotels häufig an Geschäftsreisende, Messegäste und Besucher der Region Basel. Im Oberbaselbiet und im Laufental dominieren kleinere Hotels, Gasthöfe, Ferienwohnungen, Bed-and-Breakfast-Angebote und Gruppenunterkünfte.

Traditionshäuser wie das Hotel Bad Bubendorf verbinden historische Bausubstanz mit modernen Erweiterungen. Das Bad Ramsach Quellhotel liegt erhöht über dem Homburgertal und richtet seinen Schwerpunkt stärker auf Erholung, Natur und längere Aufenthalte.

Auf Bauernhöfen stehen teilweise Ferienwohnungen, Wohnmobilplätze oder Schlafplätze im Stroh zur Verfügung. Solche Angebote schaffen einen direkten Bezug zur Landwirtschaft. Ausstattung und Komfort unterscheiden sich stärker als bei standardisierten Hotels und sollten vor der Buchung genau verglichen werden.

Ausserkantonale Übernachtungsgäste in gewerblichen Beherbergungsbetrieben erhalten 2026 grundsätzlich den Gästepass+. Die Gasttaxe beträgt 3.80 Franken pro Person und Nacht. Der Pass umfasst während des Aufenthalts die Nutzung des öffentlichen Verkehrs im Tarifverbund Nordwestschweiz in der zweiten Klasse und gewährt Vergünstigungen bei verschiedenen Freizeitangeboten. Kinder unter zwölf Jahren und einzelne weitere Personengruppen sind von der Gasttaxe ausgenommen. Konditionen können angepasst werden und gehören vor der Reise nochmals kontrolliert.

Kirschen, Reben und Baselbieter Küche

Die Landwirtschaft prägt grosse Teile des Baselbiets. Wegen der Hanglagen spielen Viehwirtschaft, Obstbau, Beeren und Reben eine wichtige Rolle. Im milderen Unterbaselbiet und auf geeigneten Hochflächen kommt Ackerbau hinzu.

Besonders eng mit der Region verbunden ist die Kirsche. Hochstammbäume prägen während der Blüte zahlreiche Hänge und Wiesen. Ein Teil der Ernte gelangt frisch in den Verkauf, ein anderer wird zu Konfitüren, Backwaren oder Kirsch verarbeitet. Zwetschgen, Äpfel, Mirabellen und Beeren ergänzen das Angebot.

Reben wachsen unter anderem bei Aesch, Muttenz, Maisprach, Buus und Wintersingen. Die Betriebe produzieren Weiss-, Rot-, Rosé- und Schaumweine. Degustationen und Veranstaltungen ermöglichen Einblicke in Anbau und Kellerarbeit, müssen jedoch häufig im Voraus gebucht werden.

Die regionale Gastronomie verbindet traditionelle Gerichte mit saisonalen Produkten. Landgasthöfe, stadtnahe Restaurants und Hofläden bilden dabei unterschiedliche Zugänge. Herkunftsbezeichnungen wie „regional“ sollten konkret nachvollziehbar sein: Entscheidend ist, wo Rohstoffe erzeugt und verarbeitet wurden.

Ein Wirtschaftsraum mit Forschung, Industrie und Logistik

Basel-Landschaft ist ein bedeutender Arbeits- und Unternehmensstandort. Die jüngsten vollständig verfügbaren Strukturdaten weisen für 2023 insgesamt 160’248 Beschäftigte und 19’879 Arbeitsstätten aus. Auf Dienstleistungen entfielen 115’488 Beschäftigte, auf Industrie und Gewerbe 41’699 sowie auf Landwirtschaft und Forstwirtschaft 3’061.

Life Sciences, Medizinaltechnik, Präzisionsindustrie, Maschinenbau, Handel und Logistik gehören zu den prägenden Bereichen. In Allschwil hat sich rund um den Switzerland Innovation Park Basel Area ein Forschungs- und Unternehmensstandort entwickelt. Muttenz und Pratteln besitzen grosse Industrie-, Gewerbe- und Logistikflächen.

Die Lage am Rhein und an den Nord-Süd-Verbindungen ist wirtschaftlich wertvoll, bringt aber Flächenkonflikte mit sich. Wohnungsbau, Verkehrswege, Produktionsanlagen, Landwirtschaft und Natur beanspruchen denselben begrenzten Raum. Raumplanung wird dadurch zu einer zentralen politischen Aufgabe.

Die internationale Verflechtung zeigt sich am Arbeitsmarkt. Im Jahr 2025 arbeiteten 26’323 ausländische Grenzgänger im Kanton. Viele von ihnen pendeln aus Frankreich oder Deutschland in die Baselbieter Gemeinden. Umgekehrt fahren zahlreiche Einwohner täglich zu Arbeitsplätzen in Basel-Stadt.


Die Wasseraufbereitungsanlage in Muttenz steht für einen Architekturansatz, der technische Infrastruktur als Teil der gestalteten Umwelt versteht. Der Standort gehört zugleich zu einem stark industriell geprägten Raum.

Bildung und Forschung in einer trinationalen Region

Der FHNW-Campus Muttenz ist der wichtigste Hochschulstandort im Kanton. Hier sind Bereiche wie Architektur, Bau, Geomatik, Life Sciences, Pädagogik und Soziale Arbeit vertreten. Die räumliche Nähe zu Industrie- und Forschungsunternehmen erleichtert Kooperationen und praxisbezogene Projekte.

Das Bildungsangebot reicht von der Volksschule über Berufsfachschulen und Gymnasien bis zur Fachhochschule. Viele Ausbildungs- und Berufswege überschreiten die Kantonsgrenze. Hochschulen, Universität, Spitäler und Unternehmen in Basel-Stadt sind Teil desselben funktionalen Raums.

Der trinationale Alltag erweitert diesen Zusammenhang. Grenzüberschreitende Arbeitswege, Forschungsprojekte und Lieferketten verbinden das Baselbiet mit dem Elsass und Südbaden. Sprachkenntnisse, internationale Schulen und gut erreichbare Verkehrsknoten stärken die Standortqualität.

Mobilität: gute Verbindungen, stark belastete Achsen

Die wichtigsten Bahnlinien führen von Basel über Liestal in Richtung Olten sowie durch das Birstal nach Laufen und Delémont. Regionale S-Bahn-Verbindungen erschliessen die dichter besiedelten Korridore. Tramlinien verbinden Basel mit Gemeinden wie Allschwil, Binningen, Münchenstein, Arlesheim, Reinach, Muttenz und Pratteln.

Buslinien übernehmen die Feinerschliessung der Täler und Dörfer. In ländlichen Gebieten verkehren sie teilweise in grösseren Abständen. Eine Wanderung mit unterschiedlichen Start- und Zielorten verlangt deshalb eine abgestimmte Planung.

Die Autobahnen A2 und A3 machen den Kanton gut erreichbar. Gleichzeitig gehören die Achsen bei Hagnau, Schweizerhalle, Augst und Basel zu den stark belasteten Abschnitten. Für Ausflüge in die Agglomeration bietet der öffentliche Verkehr häufig die verlässlichere Alternative.

Velorouten gewinnen im Alltag und im Tourismus an Bedeutung. Die Topografie setzt jedoch Grenzen. Während Wege entlang von Rhein, Birs und Ergolz vergleichsweise flach verlaufen, verlangen die Juraübergänge Kondition und eine sichere Fahrtechnik.

Natur, Wetter und praktische Reiseplanung

Das Baselbiet lässt sich ganzjährig bereisen. Im Frühling prägen Obstblüten die Landschaft. Der Sommer eignet sich für Wanderungen, Velotouren und Freibäder. Im Herbst stehen Wein, regionale Ernteprodukte und farbige Jurawälder im Mittelpunkt. Im Winter bleiben viele Talwege begehbar, während auf den Höhen Schnee, Eis und Nebel auftreten können.

Im Jura kann das Wetter rasch wechseln. Feste Schuhe, Regen- und Sonnenschutz gehören auch bei kürzeren Touren zur sinnvollen Ausrüstung. Nach Stürmen oder starken Niederschlägen können Wege gesperrt oder schwer begehbar sein.

Trockenperioden erhöhen die Waldbrandgefahr. Kantonale Feuerverbote können auch eingerichtete Feuerstellen, Grills und Feuer im Siedlungsgebiet einschliessen. Vor einem Picknick oder einer Wanderung mit geplanter Feuerstelle ist die aktuelle Gefahrenstufe zu prüfen. Der Ratgeber zu Waldbrandgefahren, Feuerverboten und richtigem Verhalten erklärt die schweizweit verwendeten Warnstufen.

Bei Burgen, Naturwegen und historischen Anlagen ist Barrierefreiheit nicht durchgehend gegeben. Museen, Bäder und moderne Kulturgebäude sind meist besser zugänglich. Verbindliche Angaben sollten direkt bei der jeweiligen Institution eingeholt werden.

Fazit: Das Baselbiet lebt von seinen Gegensätzen

Basel-Landschaft lässt sich weder als blosser Vorort von Basel noch als ausschliesslich ländlicher Jurakanton beschreiben. Seine Besonderheit entsteht aus dem unmittelbaren Nebeneinander von Forschung, Industrie, historischen Orten, Landwirtschaft und Natur.

Augusta Raurica macht die römische Vergangenheit zugänglich. Liestal und der Chienbäse stehen für kantonale Identität und lebendige Tradition. Arlesheim verbindet barocke Architektur mit Landschaftsgarten und Burganlage. Wasserfallen, Belchenflue und die Seitentäler erschliessen den Baselbieter Jura.

Für Reisen bietet der Kanton kurze Wege und eine grosse thematische Dichte. Familien können Kultur- und Naturziele verbinden, Geschäftsreisende erreichen die Wirtschaftsstandorte der Region schnell, und die unterschiedlichen Hotels und Gasthöfe ermöglichen sowohl stadtnahe als auch ländliche Aufenthalte.

Gerade die Übergänge machen das Baselbiet interessant: zwischen Stadt und Land, Schweiz und Nachbarländern, römischem Erbe und zeitgenössischer Architektur. Wer diese Zusammenhänge berücksichtigt, erkennt hinter der kleinen Kantonsfläche eine eigenständige und vielfältige Region.

 

Bildquellen: Titelbild: iStock/Michael Derrer Fuchs; Bild 1: iStock/olli0815; Bild 2: iStock/Dariya Korzhenko; Bild 3: iStock/ipsimus; Bild 4: iStock/SiyueSteuber

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