Studie: Häufige Restaurantbesuche erhöhen Risiko für Übergewicht

Der Besuch in Restaurants steht mit einer Gewichtszunahme und Fettleibigkeit in Zusammenhang.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung der Universität Göttingen und der Universität Heidelberg. Dafür haben die Wissenschaftler repräsentative Umfragen aus 65 Ländern ausgewertet.

Mehr energiereiche Lebensmittel

Laut Studienautor Mubarak Sulola von der Universität Heidelberg steht das auswärtige Essen in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen mit Fettleibigkeit in Verbindung. Dafür verantwortlich sei der andauernde Wandel in der Ernährung. Er werde durch eine erhöhte Zugänglichkeit zu grossen Mengen von energiereichen Lebensmitteln in verschiedenen Gastronomiebetrieben charakterisiert.

„Gilt das Essengehen in Ländern mit niedrigen Einkommen als ein Zeichen des Wohlstands, ist es in Ländern mit hohen Einkommen bereits die Norm“, urteilt Sulola. Mahlzeiten und Getränke, die nicht zu Hause zubereitet werden, sondern zum Beispiel in Fast-Food-Restaurants, gelten bei der weltweiten Adipositas-Pandemie als ein Schlüsselfaktor, so die Forscher. Diese Lebensmittel sind demnach eher stark verarbeitet und beinhalten mehr Salz, Zucker und ungesunde Fette.

Zudem besteht laut der Studie ein Zusammenhang mit einer höheren Energieaufnahme und einem höheren BMI. Die meisten Belege dafür stammten bisher jedoch aus Ländern mit niedrigen Einkommen. Es bestand daher eine Wissenslücke in Hinblick auf Länder mit geringeren und mittleren Einkommen. Hier gibt es den Experten nach eher ein gemeinsames Auftreten von Unterernährung inklusive Mikronährstoffmängeln sowie Übergewicht und Fettleibigkeit.

Sample mit 280’265 Erwachsenen

Die aktuelle Analyse umfasst die Daten von 280’265 Erwachsenen über 18 Jahren. 51 Prozent der Teilnehmer sind weiblich. Diese Umfragen zur Gesundheit wurden zwischen 2009 und 2021 in 65 Ländern durchgeführt. Die Ergebnisse wurden mit soziodemografischen Faktoren wie Einkommen, Geschlecht, Alter, Bildungsniveau und dem BMI abgeglichen. Zum Sample gehören Länder mit niedrigeren, mittleren und hohen Einkommen.

Zusätzlich haben die Wissenschaftler die Bevölkerungsgrösse berücksichtigt. Zudem wurden auch für die jeweiligen Länder spezifische Eigenschaften wie die lokale Geografie sowie kulturelle Ernährungsnormen berücksichtigt. Der Analyse nach gehen weltweit 47 Prozent der Teilnehmer mindestens ein Mal in der Woche auswärts essen. Hier gibt es jedoch grosse Unterschiede.

In Südostasien liegt der Anteil bei 26 Prozent. In Nord-, Mittel- und Südamerika ist das Verhältnis mit 81 Prozent deutlich höher. In Mitteleuropa geben 36 Prozent der Erwachsenen an, dass sie zumindest einmal in der Woche auswärts essen. Insgesamt gesehen ist die Zahl der auswärts gegessenen Mahlzeiten bei Ländern mit hohen Einkommen mehr als drei Mal so hoch wie in Ländern mit niedrigen Einkommen. Die Werte liegen hier bei 3,66 Mahlzeiten pro Woche respektive 1,06 Mahlzeiten.

Gesamt gesehen wird das Auswärtsessen von vielen Faktoren beeinflusst. Männer neigen demnach viel eher dazu, essen zu gehen. Jüngere Menschen gehen häufiger in Restaurants. Unverheiratete Menschen essen ebenfalls häufiger auswärts. Eine wichtige Rolle spielt auch die Stellung im Erwerbsleben: Arbeiter konsumieren eher unterwegs. Schliesslich macht auch die Bildung einen Unterschied: Personen mit dem höchsten Bildungsgrad gehen eher in ein Restaurant.

 

Quelle: pressetext.redaktion/Moritz Bergmann
Bildquelle: Symbolbild © DEB SUMON/Shutterstock.com

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