Wohnmobil mieten oder kaufen: Wann sich was lohnt – mit allen Kosten im Vergleich
von belmedia Redaktion -schweizweit Aktiv & Abenteuer Allgemein Alltag Berge Business business24.ch businessaktuell.ch Draussen elterntipps.ch Europa Familie Familienleben Freizeit Handel hometipp.ch Inspiration Lifestyle Magazine Mobilität motortipps.ch Nachhaltigkeit nachrichtenticker.ch Natur Natur & Naturereignisse Natur & Umwelt News Orte Produkte Regionen Reisen Reisen & Ausflüge reiseziele.ch Schauplätze Schweiz Schweiz Service Städte Städtereisen Themen Tipps tourismus.ch Trends Trips Zubehör Ⳇ Verbreitung
Einmal mit dem Wohnmobil losfahren, irgendwo am Bergsee aufwachen, spontan die Route ändern – ein Traum für viele Menschen. Doch schon beim ersten Googeln stellt sich eine Frage, die keine einfache Antwort hat: Lohnt es sich, ein Wohnmobil zu kaufen? Oder ist mieten die klügere Wahl?
Die Antwort hängt davon ab, wie oft man wirklich damit fährt, wie viel Aufwand man sich leisten will – und wie ehrlich man mit sich selbst ist. Wer einmal pro Sommer zwei Wochen unterwegs ist, rechnet völlig anders als jemand, der das Wohnmobil zum zweiten Zuhause machen möchte.
Mieten: Flexibel, sorglos – aber nicht billig
Wer ein Wohnmobil mieten möchte, kann in der Schweiz ab rund 120 Franken pro Tag einsteigen. In der Hochsaison oder für grössere Fahrzeuge steigen die Preise deutlich – laut TCS kostet ein geeignetes Alkovenmobil für eine vierköpfige Familie beim Schweizer Fachhändler inklusive aller Nebenkosten und Versicherung rund 3’600 Franken für zwei Wochen in der Hauptsaison. Hinzu kommen Treibstoff, Stellplatzgebühren und Verpflegung – Kosten, die aber auch beim eigenen Fahrzeug anfallen und für den Vergleich wegfallen. Günstigere Angebote gibt es über Plattformen wie MyCamper, wo Privatpersonen ihre eigenen Fahrzeuge vermieten. Laut MyCamper ist es im Schnitt rund 40 Prozent günstiger, von Privatpersonen zu mieten als von gewerblichen Anbietern. Dabei sollte man aber auf eine korrekte Versicherungsdeckung achten – nicht jedes privat vermietete Fahrzeug ist für Dritte ausreichend abgesichert.
Die Vorteile der Miete liegen auf der Hand: kein Unterhaltsaufwand, kein Stellplatzproblem im Winter, keine Abschreibung. Wer nur einmal oder zweimal im Jahr verreist, bekommt jeweils ein aktuelles, gewartetes Fahrzeug. Und wer das Wohnmobil-Leben erst kennenlernen will, kann verschiedene Typen ausprobieren, bevor er eine Kaufentscheidung trifft.
Kaufen: Freiheit auf Rädern – wenn man die Rechnung kennt
Wer kauft, hat sein Zuhause immer dabei – vollständig eingerichtet, mit den eigenen Sachen, jederzeit abrufbereit für ein spontanes Wochenende. Das ist der emotionale Vorteil, den viele Wohnmobilbesitzer als den eigentlichen Mehrwert beschreiben. Doch die Kaufentscheidung verdient eine nüchterne Kalkulation. Neue Wohnmobile starten laut AutoScout24 je nach Kategorie und Ausstattung bei rund 45’000 Franken. Gebrauchtfahrzeuge sind günstiger, verursachen dafür oft früher Reparaturkosten. Dazu kommen die Fixkosten, die jeden Monat anfallen – auch wenn das Fahrzeug in der Halle steht:
- Versicherung: laut TCS und Vaudoise je nach Fahrzeugwert und Deckungsumfang zwischen 1’000 und 2’000 Franken pro Jahr
- Motorfahrzeugsteuer: je nach Kanton und Gewichtsklasse, im Kanton Bern beispielsweise rund 700 Franken für ein Fahrzeug bis 3,5 Tonnen
- Autobahnvignette: 40 Franken pro Jahr
- Stellplatz: zwischen 70 und 170 Franken pro Monat für einen Aussenplatz, bis zu 300 Franken für einen gedeckten Hallenplatz
- Service und Unterhalt: laut TCS-Richtwerten und erfahrenen Campern rund 4’000 bis 5’000 Franken jährlich, inklusive Gasprüfung, MFK-Gebühren und kleineren Reparaturen
Wer ein Wohnmobil über 3,5 Tonnen fährt, zahlt zusätzlich die pauschale Schwerverkehrsabgabe (PSVA) von 650 Franken pro Jahr und braucht in der Schweiz einen Führerausweis C1 oder C. Für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen genügt der normale Kategorie-B-Ausweis.
Ab wann lohnt sich der Kauf?
Der TCS hat diese Rechnung durchgespielt: Wer zweimal im Jahr je zwei Wochen mit einem Mietwohnmobil fährt, zahlt dafür pro Jahr rund 6’000 Franken. Ein vergleichbares Gebrauchtfahrzeug für rund 35’000 Franken würde sich unter diesen Bedingungen nach etwa 5,5 Jahren amortisieren. Dabei sind die jährlichen Fixkosten von rund 1’800 Franken und der verbleibende Restwert des Fahrzeugs noch nicht berücksichtigt – sie gleichen sich laut TCS über diesen Zeitraum ungefähr aus. Wer das Wohnmobil häufiger nutzt, verkürzt die Amortisationsdauer deutlich. Wer es dagegen nur einmal im Jahr einsetzt, rechnet sich das Kaufen kaum je schön.
Video-Tipp: Wohnmobil mieten oder kaufen?
Dieser aktuelle Vergleich geht die Frage systematisch durch – von den Kosten über die Alltagstauglichkeit bis zur Frage, für wen welche Option wirklich passt.
Das eigene Wohnmobil vermieten – eine unterschätzte Option
Wer ein Wohnmobil kauft, es aber nicht das ganze Jahr nutzt, kann es über Plattformen wie MyCamper in der Zwischenzeit weitervermieten. Laut MyCamper verdienen Vermieterinnen und Vermieter auf der Plattform durchschnittlich zwischen 4’056 und 20’675 Franken pro Jahr. Das klingt verlockend – aber wichtig: Wer sein Fahrzeug gegen Geld vermietet, benötigt laut Vaudoise Versicherungen eine Geschäftsversicherung, eine private Haftpflichtversicherung genügt in diesem Fall nicht mehr. Wer es unentgeltlich an Bekannte weiterleiht, ist in der Regel mit der bestehenden Fahrzeugversicherung abgedeckt, wobei ein allfälliger Bonusverlust beim Benutzer liegt.
Mieten vor dem Kauf – der klügste erste Schritt
Erfahrene Händler und TCS-Experten empfehlen unisono: Wer noch nie mit einem Wohnmobil gereist ist, sollte vor dem Kauf mindestens eine, besser zwei verschiedene Typen gemietet haben. Denn die Unterschiede zwischen einem kompakten Kastenwagen, einem teilintegrierten Modell und einem Alkoven sind erheblich – nicht nur in der Grösse, sondern auch im Fahrgefühl, im Grundriss und im Alltag auf dem Campingplatz. Was auf dem Papier perfekt wirkt, kann in der Praxis schnell falsch liegen. Eine Mietreise kostet einige Hundert Franken und kann einen teuren Fehlkauf von Zehntausenden Franken verhindern.
Fazit
Mieten ist die richtige Wahl für alle, die unverbindlich in die Wohnmobilwelt einsteigen, verschiedene Fahrzeugtypen testen oder einfach einmal im Jahr zwei Wochen verreisen wollen – ohne Unterhaltsaufwand und Stellplatzsorgen. Kaufen lohnt sich, wenn man das Fahrzeug mehrmals im Jahr nutzt, die Freiheit eines jederzeit bereiten Reisemobils schätzt und bereit ist, die Fixkosten realistisch einzuplanen. Wer beides im Blick hat und die Rechnung ehrlich aufstellt, trifft die richtige Entscheidung – für sich und sein Budget.
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