E-Bike richtig versichern: Worauf es bei Diebstahl, Unfall und Akku ankommt

Elektrofahrräder liegen nach wie vor im Trend. Wer morgens entspannt zur Arbeit radelt, weiss, warum. E-Bikes sind jedoch deutlich teurer als unmotorisierte Modelle – und damit wachsen auch die Risiken.

Worauf es bei der Absicherung dieser hochwertigen Räder zu achten gilt, erklärt Janna Poll, ERGO Versicherungsexpertin.

Diebstahl im öffentlichen Raum

Kurz abgestellt, nicht hingeschaut und das Fahrrad ist weg. 2025 wurden laut polizeilicher Kriminalstatistik rund 214’300 Fahrräder gestohlen, ein erheblicher Teil davon waren hochwertige E-Bikes. Die Schadenssummen steigen: Pro gestohlenem Rad zahlten Versicherer laut GDV zuletzt im Schnitt 1’270 Euro, mehr als dreimal so viel wie vor 20 Jahren.

Für den Versicherungsschutz gibt es bei Diebstahl im öffentlichen Raum zwei Optionen: „Entweder enthält die Hausratversicherung eine ausdrückliche Fahrradklausel, oder es besteht eine eigenständige E-Bike-Versicherung“, erklärt Janna Poll. Wichtig ist, dass das Rad angeschlossen ist, häufig mit Vorgaben zur Schlossklasse. Zudem gelten in vielen Tarifen Zeitfenster oder Summenbegrenzungen, die geprüft werden sollten.

Einbruch in Garage oder Fahrradkeller

Wird das Rad aus einem Keller oder einer privaten Garage gestohlen, greift die Hausratversicherung auch ohne zusätzlichen Fahrradbaustein. „Sie erstattet in einem solchen Fall den sogenannten Wiederbeschaffungswert“, so die ERGO Expertin. Dieser orientiert sich meist am Preis eines neuen gleichwertigen Rads.

Bei teuren E-Bikes kann es sinnvoll sein, die Versicherungssumme der Hausratversicherung anzupassen.

Pleiten, Pech und Pannen

Ein Schlagloch oder ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit – schon kann das E-Bike beschädigt sein. Reparaturen an Rahmen oder Elektronik können teuer werden. Zudem stellt sich die Frage nach dem Transport, denn E-Bikes sind schwer und passen oft nicht in den Kofferraum.

Enthält die Police einen Mobilitätsschutz, übernimmt die Versicherung die Kosten für den Transport des E-Bikes und teilweise sogar für eine Hotelübernachtung. Je nach Tarif deckt eine E-Bike-Versicherung auch Schäden durch Stürze, Unfälle oder Elektronikdefekte wie Kurzschluss, Überspannung oder Feuchtigkeit ab.

Akkubrand im Keller

Lithium-Ionen-Akkus sind leistungsstark, können im Defektfall jedoch gefährlich werden. In drei von vier Fällen entsteht ein Brand während des Ladevorgangs. Um das Risiko zu senken, sollte der Akku nie unbeaufsichtigt geladen, beschädigte Akkus sofort ersetzt und ausschliesslich zugelassene Original-Ladegeräte verwendet werden.

Schäden am eigenen Hausrat übernimmt in der Regel die Hausratversicherung, Schäden am Gebäude die Wohngebäudeversicherung. Für Ansprüche Dritter kommt die Privat-Haftpflichtversicherung auf.

Unfall mit Dritten

Kommt es zu einem Unfall mit anderen Verkehrsteilnehmern, können Schadenersatzforderungen drohen. Für Personen- und Sachschäden springt die Privat-Haftpflichtversicherung ein – sowohl beim Pedelec bis 25 km/h als auch beim klassischen Fahrrad.

„Eine fehlende Deckung kann im Ernstfall existenzbedrohend sein“, warnt Janna Poll.

Totalschaden nach Hochwasser oder Starkregen

Extreme Wetterereignisse mit Starkregen und Überschwemmungen nehmen zu. Steht das E-Bike im Keller und dieser läuft voll, droht oft ein Totalschaden an Motor und Elektronik.

Standardmässige Hausrat- oder E-Bike-Policen decken Elementarschäden häufig nicht ab. Dafür ist ein zusätzlicher Elementarschutz erforderlich. Eine E-Bike-Versicherung mit Allgefahrendeckung kann je nach Tarif auch über klassische Diebstahlrisiken hinaus Schutz bieten.

 

Quelle: ERGO
Bildquelle: ERGO

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